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3GSM: Die Highlights der Handy-Messe

Vor wenigen Tagen ging die weltweit größte Leistungsschau der Handy-Branche – die 3GSM in Barcelona – zu Ende. 1300 Aussteller präsentierten mehr als 55.000 Besuchern die Zukunft der mobilen Kommunikation. Das waren die Highlights.

Handy-TV: die Tagesschau im Griff

Keine Frage, das Handy wird schon recht bald zum Fernsehgerät. Verabschiedet haben sich die großen Hersteller wie LG, Samsung, Nokia und Sagem allerdings von dem noch im Sommer 2006 favorisierten koreanischen DMB-Verfahren. In Barcelona dominierte eindeutig DVB-H, der "Digital Video Broadcast" für Handys, eine Miniaturausgabe des "Überallfernsehens" DVB-T. Damit lässt sich in der Nähe entsprechender Sendemasten das TV-Programm auf inzwischen deutlich größer gewordenen Displays verfolgen.

Multimedia: alles drin, alles dran

Wer ein Handy ausschließlich zum Telefonieren sucht, muss lange suchen. Mobiltelefone der neuen Generation sind regelrechte Multimedia-Maschinen, ausgestattet mit MP3- und Video-Player, hoch auflösender Kamera und demnächst sogar mit einer 3D-Bedieneroberfläche à la Windows Vista. Ein solches Gerät zeigte der finnische Hersteller Nokia auf der Handy-Messe. Den Datenhunger der winzigen Alleskönner befriedigen Gigabyte-Speicherkarten in Büroklammergröße, ohne die fast alle neuen Handys kaum mehr auskommen können. Fast keinen Unterschied zur Leistungsfähigkeit von Notebooks zeigen so genannte Smartphones, beispielsweise das neue Communicator-Modell "E90" von Nokia oder das "6110 Navigator". Der Clou: Beide Geräte verfügen über einen eingebauten GPS-Empfänger, erlauben somit auch die bis auf wenige Meter genaue mobile Navigation. Weniger auf Features als auf die Größe setzt dagegen Samsung. Die neuen Handys der Koreaner sind so flach und leicht, dass man sie bequem in der Brusttasche des Oberhemds transportieren kann.

Datenverkehr: Die Turbos kommen!

Derzeit arbeiten drei der vier deutschen Mobilfunk-Provider intensiv am Ausbau der Handy-Netze. Ihr Ziel: Möglichst viele Daten in möglichst kurzer Zeit transportieren zu können. Der klassische Sprachdienst rückt dabei immer mehr in den Hintergrund. Aktuell steht die zweite Ausbaustufe des UMTS-Dienstes HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) an. Damit will man künftig bis zu 3,6 Mbit/s und 2008 sogar 7,2 MBit/s durch die Antennen schicken. Eine Übertragungsgeschwindigkeit, die selbst typische DSL-Leitungen fürs Festnetz in den Schatten stellt. Dieser Turbo arbeitet allerdings nur im Empfangsmodus, wer selber senden will, muss sich mit (immerhin) 1,4 MBit/s zufrieden geben. Für diese HSUPA (High Speed Uplink Packet Access) genannte Technologie stellte die kanadische Firma Sierra Wireless eine entsprechend ausgerüstete Funkmodemkarte vor. Nach wie vor aktuell ist aber auch das GPRS-Verfahren, insbesondere dessen beschleunigte Variante EGPRS (Enhanced General Packet Radio Service). Damit lassen sich 200 kBit/s empfangen und 100 kBit/s versenden.

Zukunftsaussichten: Alles wird noch schneller – und kommerzieller!

Während die Provider noch mit der Realisierung der dritten Mobilfunkgeneration beschäftigt sind, steht die vierte Generation bereits in den Startlöchern. 100 MBit/s und mehr sollen dann möglich sein, ausreichend für TV in HD-Qualität. Diese Ausbaustufe kostet allerdings Milliarden – Geld, dass die Betreiber über zwei Wege wieder hereinholen wollen: kostenpflichtige Downloads und Werbung. Spätestens Ende dieses Jahrzehnts, so die Experten bei der 3GSM, wird man wohl auch bei der Handy-Kommunikation mit aufspringenden Bannern, Werbespots und animierten Anzeigen rechnen müssen. Dafür lassen sich dann aber auch – kostenpflichtig – die Kino-Blockbuster aufs Telefon laden. Ob dies allerdings auf große Gegenliebe trifft, bleibt abzuwarten. Denn eines lässt sich bei Handys nicht beliebig steigern: die Größe des Displays.



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