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Online-Communities: Deutsche Promis entdecken das „zweite Leben“

Schon seit geraumer Zeit gehört die Online-Community „Second Life“ (SL) zu den Lieblingsadressen trendbewusster Internet-User. Im virtuellen „zweiten Leben“, das sich auf dem Bildschirm in beeindruckender 3D-Grafik präsentiert, agieren sie mit einem selbstgeschaffenen digitalen Doppelgänger, dem so genannten Avatar. Der besitzt in der Regel Eigenschaften, die dem lebendigen Vorbild fehlen. So sind die Charaktere in „Second Life“ durchweg gut aussehend, sie kennen weder Übergewicht noch Geldsorgen. Es gibt aber auch eine ständig wachsende Gruppe von Zeitgenossen, die möglichst authentisch rüberkommen wollen: Prominente. Zu den aktuellen Neuzugängen gehören ARD-Moderatorin Sabine Christiansen und die Band „Juli“.

Rendezvous mit dem Avatar

In „Second Life“ darf der Christiansen-Fan als Avatar auf einer blauen Couch Platz nehmen, um Sabine Christiansen - natürlich ebenfalls als Avatar - im Gespräch mit ihren Gästen zu beobachten. Ganz so, wie man es aus der CNBC-TV-Show „Global Players“ kennt. Die hessische Band „Juli“ feierte dagegen ihren virtuellen SL-Einstand mit so vielen Fans, dass der Zugang zur Show zeitweise blockiert werden musste. Die Musiker stellten in der Online-Community ihr neues Video „Zerrissen“ vor und standen nach der Präsentation sogar für Chats zur Verfügung. Zu sehen und zu hören gab es selbstverständlich nur deren digitale Doppelgänger.

Auf der Suche nach den Fans

Da sich „Second Life“ für viele Prominente scheinbar zu einem Massenphänomen entwickelt, nutzen sie die Plattform mehr oder weniger intensiv, um bei den Fans im Gespräch zu bleiben. Zu den ersten Protagonisten mit eigenem Avatar gehört Bono, Sänger der Band U2. Seine Kollegen von „Duran Duran“ hoffen, über SL wieder an frühere Erfolge anknüpfen zu können, und sogar die französischen Präsidentschaftskandidaten Le Pen und Sarkozy haben ihre Alter Egos im „zweiten Leben“.

So funktioniert „Second Life“

Anmeldung und Aufenthalt bei "Second Life" sind grundsätzlich kostenlos. Wer sich registriert hat, landet zunächst auf einer einsamen Insel. Dort werden den Anfängern die wichtigsten Dinge erklärt, beispielsweise, wie man sein Aussehen verändert, wie man fliegen kann oder mit anderen Mitgliedern kommuniziert. Danach sucht man sich eine virtuelle Persönlichkeit aus, den Avatar. Der Gestaltung sind dabei keine Grenzen gesetzt, sogar als Fisch kann man bei SL mitmischen.

Zur ersten Kontaktaufnahme mit anderen Mitgliedern sind virtuelle Marktplätze eingerichtet. Hier wird einem schnell klar, dass man - wie im richtigen Leben - Geld braucht. Das lässt sich am besten mit einer eigenen Firma verdienen. Ganze Städte mit Wohn- und Geschäftshäusern sind mittlerweile in "Second Life" entstanden, Teile von Berlin sind ebenso zu bewundern wie Viertel in Amsterdam. Auch die Möglichkeiten der Fortbewegung sind in der virtuellen Welt nahezu unbegrenzt, es gibt Flugzeuge, Autos - und sogar das Selberfliegen ohne jegliche technische Hilfsmittel. Sehr beliebt in "Second Life" ist das Shoppen. Mittlerweile verdienen einige Bewohner reales Geld damit, modische Kleidung in ihren virtuellen Shops anzubieten.

Link zum Thema:

Hier geht’s zum „zweiten Leben“:

http://www.secondlife.com



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