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Autokauf im Internet:
Betrüger werden immer dreister

In Zeiten knapper Kassen entscheiden sich viele Bundesbürger nicht für einen Neu- sondern für einen Gebrauchtwagen. Zeitungen und vor allem das Internet bieten hier ein riesiges Angebot. Doch nicht jedes Schnäppchen ist auch tatsächlich eine gute Gelegenheit. Umgekehrt können aber auch Verkäufer von Gebrauchtwagen Opfer professioneller Betrüger werden. Wir geben Tipps, wie Sie in beiden Fällen Abzocker-Tricks erkennen …

8000,- Euro für ein Auto, das es nie gegeben hat

Kevin A. aus Bremen hatte seinen Traumwagen gefunden. Ein großes Online-Portal präsentierte genau das Auto, nach dem er sich schon lange sehnte: einen noch sehr gut erhaltenen Triumph Spitfire. Nur 8000,- Euro wollte der Anbieter für den Wagen haben. Einziger Haken: Das Auto befand sich in Lettland. Das sei aber kein Problem, versicherte ihm der Verkäufer. Kevin A. sollte ihm einfach nur die 8000,- Euro per Bargeldtransfer zuschicken, dann würde man ihm den Spitfire sogar bis vor die Haustür bringen. Der 35-jährige zögerte nicht lange und zahlte das Geld bei Western Union ein, einem der größten Unternehmen für Bargeldtransfers rund um die Welt. Auf seinen Traumwagen wartet Kevin A. immer noch und die Handynummer des Verkäufers ist auch nicht mehr erreichbar …

1000,- Euro Gewinn - und ein Besuch der Kripo

Wer ein Faible für Shopping-TV und eBay besitzt, kann dieser Leidenschaft auch am PC-Monitor frönen. Dieser Sender ist eine Kombination aus beidem.
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Nach langem Zögern wollte sich Dietmar C. aus Oldenburg nun doch von seinem Golf GTI trennen. Er machte mit seiner Digitalkamera Fotos und setzte diese zusammen mit einem kurzen Text in ein Verkaufsportal für Gebrauchtwagen. 15.000,- Euro müsste der Wagen noch bringen, hoffte Dietmar C., bemerkte aber schon nach kurzer Zeit, dass dieser Preis angesichts der Konkurrenz-Angebote offenbar viel zu hoch gegriffen war. Doch dann meldete sich ein Interessent. Er sei derzeit in der Ukraine, sagte der Mann am Handy, aber der Golf sei genau das, was er suche. Mit der Bezahlung gäbe es auch kein Problem. Dietmar C. solle ihm nur seine Kontonummer geben, dann würde ein Bekannter in Deutschland ihm sofort die 15.000,- Euro überweisen. Und tatsächlich: Wenige Tage später war das Geld auf dem Konto. Doch dann rief der Käufer noch einmal an und entschuldigte sich, dass er den Wagen nun doch nicht kaufen könne. Dietmar C. solle ihm das überwiesene Geld doch bitte per Bargeldtransfer in die Ukraine schicken, als "Trostpflaster" könne er aber 1000,- Euro behalten. Dietmar C. schickte 14.000,- Euro per Western Union zurück, den Golf GTI hatte er zwar immer noch, aber dafür war er nun um 1000,- Euro reicher. Die Zufriedenheit währte aber nicht lange, denn eine Woche später klingelte ein Kripobeamter an der Tür und konfrontierte Dietmar C. mit dem Vorwurf der Geldwäsche …

Das war passiert:

Bei Kevin A. handelte es sich um einen relativ einfach zu durchschauenden Trickbetrug. Anders dagegen bei Dietmar C. Hier ging es nicht darum, das Opfer um ein paar Tausend Euro zu erleichtern - ganz im Gegenteil - es blieb sogar noch ein vermeintlicher Gewinn übrig. Was Dietmar C. nicht ahnte: Das Geld, dass ihm der angebliche Autokäufer überwiesen hatte, stammte von einem per Phishing ausspionierten Konto eines völlig Unbeteiligten. Da die Betrüger aus Angst vor Entdeckung nicht selbst Geld abheben oder auf ein eigenes Konto überweisen konnten, leiteten sie es auf Dietmar C.'s Konto weiter - um anschließend den größten Teil der Summe per Bargeldtransfer wieder einzufordern. Da solche Transaktionen anonym verlaufen, gingen sie keinerlei Risiko ein. Dietmar C. allerdings muss sich nun mit der Kripo auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass derjenige, von dessen Konto die 15.000,- Euro stammten, ihn auf Schadensersatz verklagt hat.

Das rät Western Union seinen Kunden

Der Bargeldtransfer ist in erster Linie dazu gedacht Freunden oder Familienmitgliedern im Ausland schnell und unkompliziert in einer finanziellen Notlage zu helfen. Das Unternehmen weist ausdrücklich darauf hin, niemals Geld an Fremde zu verschicken. Die von manchen Trickbetrügern vorgebrachten "Sicherheitsmerkmale" eines Bargeldtransfers - wie Codenamen oder Transaktionsnummern - sind völlig irrelevant: Will man im Ausland bei einem Bargeldservice Geld ausgezahlt bekommen, gibt man lediglich den Namen des Absenders und die Höhe des Betrags an. Persönlich ausweisen muss sich der Geldempfänger in aller Regel nicht.



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