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Blick in die Zukunft: Die Nachfolger des Monitors

Sie sitzen gerade vor einem LCD-Bildschirm oder sogar noch vor einem Röhrenmonitor? Das wird sich in absehbarer Zeit wohl ändern. Denn amerikanische Forscher haben gerade den Prototyp eines „Bildschirms“ entwickelt, der kaum noch Ähnlichkeit mit herkömmlichen Geräten hat. Das Besondere: Die Darstellung ist dreidimensional. Vom niederländischen Konzern LG.Philips wiederum kommt ein Bildschirm, der so dünn ist wie Papier. Und das steckt hinter den Innovationen.

Bilder im Kasten – zum Greifen nah

An der dreidimensionalen elektronischen Darstellung basteln Forscher seit Jahrzehnten. Bislang allerdings war der Betrachter bei herkömmlichen Monitoren auf Spezialbrillen angewiesen, um die für das rechte und linke Auge unterschiedlichen Bildinformationen zu erkennen. Beispielsweise Rot-Grün-Brillen oder Brillen mit Polarisationsfiltern. Zudem war die Räumlichkeit nur simuliert, der Bildschirm tatsächlich so flach wie eine Flunder. Ganz anders dagegen arbeitet das System eines Forscherteams vom berühmten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge, kurz MIT. Die Wissenschaftler haben einen Generator entwickelt, mit dem sich Bilder dreidimensional innerhalb eines mit Nebel gefüllten Kastens projizieren lassen. Noch hat der Kasten nur die Größe eines Zauberwürfels, und die Bilder sind nur schwarzweiß. Farbige Darstellungen in normaler Monitorgröße wären aber schon bald möglich. Das System sei zudem auch für normale PC-Nutzer bezahlbar, so die Forscher. Ihr Trick: Die für die komplexen Darstellungen der Hologramme notwendige Rechenpower holen sie aus handelsüblichen und damit preiswerten Grafikkarten. Experten gehen davon aus, dass die 3D-Monitore schon in wenigen Jahren in die Läden kommen und völlig neue Anwendungen ermöglichen werden. Besonderes Interesse hat schon eine Nutzergruppe signalisiert, für die dreidimensionale Bildschirmdarstellungen offenbar das Nonplusultra darstellen: Die Computerspieler.

Hauchdünn und biegsam

Das genaue Gegenteil des MIT-Monitors hat das Unternehmen LG.Philips entwickelt: Eine Bildschirmfolie, nur 0,3 mm dick und biegsam wie Pappe. Das schon vor einigen Jahren als schwarzweißes „E-Paper“ für Furore sorgende System gibt es nun auch mit farbiger Darstellung und einer Diagonale von über 25 Zentimetern. Im Innern sorgen mehr als drei Millionen Transistoren für die pixelgenaue Ansteuerung der so genannten elektronischen Tinte, eine Kombination aus elektrisch leitendem Substrat und Farbfiltern. Die Darstellung von 4096 Farben soll damit möglich sein. Einziger Nachteil bislang: Die Reaktionszeit des Displays liegt mit 300 ms deutlich über der aktueller LCDs, die im Schnitt lediglich 8 ms für die Umschaltung eines Pixels benötigen. Bei der Wiedergabe von Videos treten damit unschöne Schlieren auf. Die Forscher von LG.Philips favorisieren das neue Display deshalb für eher statische Anwendungen wie Text- oder Bildverarbeitung.

Links zum Thema:

Hier können Sie sich über das MIT-Forschungsprojekt informieren (in Englisch):

http://obm.media.mit.edu/

Wenn Sie mehr über Hologramme erfahren möchten:

http://de.wikipedia.org/wiki/Hologramm

Informationen zum „E-Paper“ gibt’s hier (auch nur in Englisch):

http://www.lgphilips-lcd.com/homeContain/jsp/eng/inv/inv101_j_e.jsp?BOARD_IDX=1286&languageSec=E&kinds=IN1


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