Home-Entertainment: Das sollte ein Wohnzimmer-PC können
Wer im eigenen Wohnzimmer Kino-Feeling erleben will, kann sich eine professionelle Video- und Hi-Fi-Ausrüstung anschaffen, oder einen PC. Letzter bietet viel größere Flexibilität bei gleicher oder sogar noch besserer Leistung im Vergleich zu Stereo-Anlage, DVD-Player und Videorekorder. Vorausgesetzt, er wurde richtig ausgestattet und konfiguriert. Hier unsere Tipps:
Schneller Prozessor und viel Speicherplatz
Grundsätzlich eignet sich jeder moderne Büro-PC für den Einsatz als Zentraleinheit im Home-Entertainment, denn die Rechengeschwindigkeit selbst der preiswerten Modelle ist meist vollkommen ausreichend. Der Prozessor sollte aber mit wenigstens 1,6 GHz getaktet sein. Für die Wiedergabe hochauflösender Videos (HDTV) ist allerdings mindestens ein 2-GHz-Prozessor notwendig. Ähnliches gilt für die Ausstattung des Arbeitsspeichers: Ein Gigabyte ist die Untergrenze, auf der sicheren Seite ist man mit zwei oder drei Gigabyte. Auch hinsichtlich der Festplatte gilt die alte PC-Regel „viel hilft viel“: 250 Gigabyte sind gut, 500 Gigabyte besser. Denn Videos in Spielfilmlänge brauchen Platz, oft mehr als vier Gigabyte pro Film.
Feintuning bei Sound und Video
Einer der kritischsten Punkte bei der „Zweckentfremdung“ eines Büro-PCs fürs Home-Entertainment ist die Geräuschentwicklung. Aktuelle Geräte haben hier gegenüber den zwei oder drei Jahre alten Rechnern zum Glück erheblich aufgeholt. Sowohl die Gehäuse- und Prozessorlüfter als auch die Festplatten sind mittlerweile kaum noch wahrnehmbar. Sollte es dennoch zu laut sein, hilft nur eine Wasserkühlung. Die schlägt aber leicht mit mehr als 100 Euro zu Buche und ist vom Einbau her nur etwas für Bastler. Handwerkliche Fähigkeiten sind aber meist ohnehin gefordert, zumindest dann, wenn man an die Video- und Audioqualität sehr hohe Maßstäbe anlegt. Praktikabler Stand der Technik sind derzeit 5.1-Stereo (drei Front-, zwei Rück- und ein Basslautsprecher) und HDTV im Format 720p. Zur Realisierung muss der PC somit über die entsprechende Sound- und Grafikkarte verfügen. Während die Nachrüstung der Soundkarte und das Verkabeln der Lautsprecher selbst Ungeübten leicht von der Hand gehen sollte, ist die Verbindung der Grafikkarte mit dem Beamer (denn nur ein solcher bringt richtiges Kino-Gefühl) manchmal recht knifflig. Das liegt daran, dass erschwingliche Videoprojektoren mit HDTV-Fähigkeit nur analoge Bildsignale verarbeiten, moderne Grafikkarten aber auf die Abgabe digitaler Signale (DVI) ausgelegt sind. Die meisten Grafikkarten bieten zwar mit Composite oder S-Video auch analoge Anschlüsse, die Bildqualität ist aber nicht akzeptabel. Zum Glück gibt es Adapter für rund 15 Euro, die das DVI-Signal der Grafikkarte in so genannte Komponentensignale umwandeln. Diese Ansteuerung über drei einzelne Kabel, oft und fälschlicherweise auch mit YUV bezeichnet, ist für Beamer ideal. Das Bild ist brillant und gestochen scharf.
Vorsicht bei Blu-ray und HD-DVD
Für die Wiedergabe von Blu-ray- und HD-DVD-Medien muss selbstverständlich ein entsprechender Player im PC eingebaut sein. Herkömmliche DVD-Player können mit diesen hochauflösenden Formaten – wobei Blu-ray mehr und mehr zum Standard avanciert – nichts anfangen. Mit dem Player ist es aber oft nicht getan, in der Regel muss auch noch die Grafikkarte ausgewechselt werden. Grund: Blu-ray- und HD-DVD-Medien sind kopiergeschützt und verlangen eine HDCP genannte Schnittstelle zum Wiedergabegerät. Außerdem erfolgt die Übertragung der Bilddaten digital über die HDMI-Schnittstelle, die meisten Beamer bleiben so außen vor. Kurz und gut: Wer hochauflösende Filme per Beamer sehen will, sollte diese möglichst von der Festplatte abspielen. Das erspart sowohl die Anschaffung eines Blu-ray- beziehungsweise HD-DVD-Player und eventuelle Probleme mit der Signalübertragung.
Kostenlose Software
Ist die Hardware konfiguriert und getestet, bleibt die Frage nach einer Software, die das heimische Kino-Glück vervollkommnet. Man kann zwar auch mit dem zu Windows gehörenden Media-Player Filme wiedergeben, weitaus komfortabler klappt das aber mit dem „MediaPortal“. Dieses Programmpaket ist vollkommen kostenlos, es erlaubt das Abspielen von MP3-Musik ebenso wie die Wiedergabe von Videos. Steckt zusätzlich eine TV-Karte im PC, fungiert „MediaPortal“ außerdem noch als Videorekorder. Wer über diese Software das Letzte aus seinem „HTPC“ (Home Theater Personal Computer) herausholen will, für den bietet sich eine Online-Community als Anlaufstelle für Fragen an. Dem Forum von „myHTPC“ gehören mittlerweile mehr als 5000 Mitglieder an, es gibt Tipps und Tricks sowohl für die Installation von Hard- und Software als auch themenbezogene Diskussionsgruppen.
Links zum Thema:
Hier gibt es die Software „MediaPortal“ zum kostenlosen Download: