PC-Sicherheit:
Wenn der Rechner unerwartet abstürzt …
… muss es nicht unbedingt an Fehlern in der Software liegen. Vielfach ist auch die Hardware schuld. Defekte RAM-Riegel können ebenso für den Absturz verantwortlich sein wie ein unterdimensioniertes Netzteil oder mangelnde Kühlung von CPU oder Festplatte. Einer der typischen Hinweise darauf, dass ein Hardware-Fehler vorliegt, ist das Einfrieren des Maus-Zeigers. Der Rechner nimmt dann keinerlei Kommandos mehr entgegen, auch nicht über die Tastatur. Ein ebenso untrügliches Indiz für ein Hardware-Problem ist der so genannte Blue Screen: Ein blauer Bildschirm mit weißem Text in Englisch, durchsetzt mit kryptischen Zeichen und Zahlen. Ein beiden Fällen hilft nur eines: Den PC aus- und nach ein paar Sekunden Wartezeit wieder einschalten. Wiederholen sich die Abstürze, sollte der Sache unbedingt auf den Grund gegangen werden. Zum Glück gibt es kostenlose Testprogramme, die bei der Fehlersuche behilflich sind …
Fehlerquelle RAM-Riegel
Moderne PCs sind mit einem, zwei oder manchmal sogar vier Gigabyte Arbeitsspeicher (RAM) ausgerüstet. Zum einen, weil aktuelle Betriebssysteme wie Windows Vista enorm speicherhungrig sind, zum anderen befinden sich die Preise für RAM-Riegel nach wie vor auf niedrigem Niveau. Zudem hat ein Grundgesetz der Computertechnik weiterhin Bestand: Arbeitsspeicher kann man nie genug haben. Doch hochvolumige RAM-Bausteine enthalten Millionen Speicherzellen, die vor allem gegenüber statischer Elektrizität äußerst sensibel reagieren. Berührt man beispielsweise bei trockener Umgebungsluft die Kontaktleiste eines Riegels und ist zuvor über einen Kunststoff-Teppichboden gelaufen, kann dies das Ende des Riegels bedeuten: Die durch die Reibung entstandene statische Aufladung des Körpers entlädt sich über die metallischen Kontakte des Bausteins, wobei Spannungen von mehr als 1000 Volt keine Seltenheit sind. Betroffen sind manchmal aber nicht alle Speicherzellen, sondern nur einige wenige. Der RAM-Riegel funktioniert dann so lange, bis der Computer versucht, Daten in den defekten Zellen abzulegen. Konsequenz: Der Rechner stürzt ab.
Das kleine und kostenlose Programm „MemTest86+“ testet den kompletten Arbeitsspeicher auf Fehler und andere Unzulänglichkeiten. Dazu muss die Software zunächst auf einen startfähigen USB-Stick, auf CD oder Diskette überspielt werden. Entsprechende Installationsroutinen bringt das Programm mit. Gestartet wird der Rechner dann mit diesem Medium. Entdeckt „MemTest86+“ einen Speicherfehler, meldet es den defekten Baustein, der dann ausgetauscht werden kann. Laut Anbieter kommt die Software mit allen aktuellen Chipsätzen für Intel- und AMD-Prozessoren klar.
Fehlerquelle Hauptprozessor
Weniger statische Entladungen, sondern vielmehr Überhitzung machen modernen Hauptprozessoren (CPUs) zu schaffen. Alle Prozessoren besitzen zwar fest eingebaute Thermosensoren und halten Temperaturen von über 90 Grad aus, doch diese Sicherheitsmaßnahmen verhindern nur, dass die CPU zerstört wird: Bei zu großer Hitze drosseln einige Prozessoren die Arbeitsgeschwindigkeit, andere fahren den Rechner in eine Art Stand-by-Zustand. Dennoch kann es auch zu Abstürzen kommen. Auslöser für den Hitzestau sind in der Regel defekte Kühlventilatoren, durch Staub verstopfte Abluftlöcher oder ungünstig verbaute Kabelstränge.
Mit welcher Temperatur die CPU gerade arbeitet, das lässt sich mit dem kostenlosen Tool „Core Temp“ herausfinden. Das winzige Programm muss nicht einmal aufwändig installiert, sondern einfach nur aktiviert werden, ein Klick startet in Bruchteilen von Sekunden das Diagnosefenster. „Core Temp“ erkennt automatisch, wie viele „Kerne“ (Cores) die CPU besitzt (einen, zwei oder vier) und gibt die zum Prozessor passende Maximaltemperatur an. Wenn die aktuell gemessenen Werte nicht weit entfernt vom Maximum liegen, ist es Zeit, die Gehäusewand zu öffnen und nach dem Rechten zu sehen. Ein neuer Kühlventilator ist selbst von handwerklich Ungeübten anzubringen, für die Beseitigung von Staub gibt es Pinsel, und ein Kabelsalat lässt sich mit Kabelbindern bändigen.
Eines für (fast) alles
Nicht nur die CPU, auch die Hauptplatine und oft auch die Festplatte besitzen Thermosensoren. Außerdem liefern die Ventilatoren von CPU, Netzteil und eventuell Gehäuse kontinuierlich Informationen über die aktuelle Drehzahl. Wichtig für ein reibungslos funktionierendes System ist natürlich auch die normgerechte Stromversorgung, deren Werte an einigen Stellen im PC für Kontrollzwecke zur Verfügung stehen. Spezielle Analyseprogramme nehmen die Daten entgegen und zeigen sie am Bildschirm an. „HW Monitor“ ist ein solches Programm. Ein Mausklick auf das Symbol, schon ist man im Bilde. „HW Monitor“ ist selbstverständlich ebenfalls kostenlos zu haben.