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Google Street View:
So gelingen auch Ihnen tolle Panoramafotos


Derzeit sind sie in Berlin unterwegs, demnächst kurven sie durch Frankfurt und München: Kleine Autos mit einem merkwürdig aussehenden Kästchen auf dem Dach. Die Wagen sind "fahrbare Rundumkameras", losgeschickt von Google. Im Sekundenabstand fotografieren sie im 360-Grad-Winkel die Straße inklusive Häuser, Autos und Menschen und speichern die Fotos zusammen mit den Geokoordinaten des jeweiligen Standpunkts in einer Datenbank. 40 US-amerikanische Städte sind bereits erfasst. Zu sehen sind die Panoramabilder in "Google Street View", einem Zusatzdienst zu "Google Earth" und "Google Maps". Nutzer erleben so faszinierende virtuelle Sightseeing-Touren. Wenn Sie selber mal Panoramafotos schießen wollen: So geht's …

Hightech im Einsatz

Die Google-Kamerawagen verwenden ein Aufnahmesystem, dass einen 360-Grad-Rundumblick in einem einzigen Foto ermöglicht. Die Technik ist eigentlich recht simpel: Fotografieren Sie doch mal aus nächster Nähe eine spiegelnde Christbaumkugel! Sie werden feststellen, dass die Umgebung kreisförmig nahezu komplett wiedergegeben wird, Sie im Mittelpunkt. Wenn man nun die Mitte (also Sie als Fotograf) kreisförmig herausschneidet, erhält man ein Fotoformat, das an einen Donut - das kreisrunde Gebäck mit dem Loch in der Mitte - erinnert. Und genau solche Fotos machen die Google-Kameras. Spezielle Software entzerrt schließlich die Bilder und macht sie für die gängigen Bildschirm-Viewer sichtbar. Nachteil dieses Verfahrens: Die Spiegelkonstruktion ist relativ aufwändig und kostet bis zu 1000 Euro. Wer aber auf das "Einmalfoto" verzichten kann, kommt mit Einzelbildern deutlich preiswerter zum Ziel.

Alte Technik neu entdeckt

Schon vor über 100 Jahren gab es so genannte Panoramakameras: Fotoapparate, die auf normalem Film über ein fast im Halbkreis drehendes Objektiv die Aufnahmen erzeugten. Durch Aneinanderkleben der extrem breiten Fotos kam man so zu einem Rundumblick. Solche Kameras gibt es nicht mehr, und in Zeiten digitaler Bilder sind sie auch nicht mehr notwendig. Sehr viele Digicams bieten heute die Möglichkeit, Panoramen sofort in der Kamera zu erzeugen. Dazu werden einfach hintereinander gemachte Einzelaufnahmen eines Schwenks verbunden. Die Resultate sind aber oft unbefriedigend, vor allem dann, wenn nahe gelegene Objekte im Bild auftauchen. Die sind dann meist total verwischt und nahezu unkenntlich. Der Grund: Beim Drehen des Körpers für die einzelnen Aufnahmen hat sich auch die Kamera seitwärts bewegt. Und das muss unbedingt vermieden werden - es sei denn, man will nur sehr weit entfernte Objekte aufnehmen, Berge beispielsweise.

Der Punkt, um den sich alles dreht

Dreh- und Angelpunkt eines guten Panoramafotos ist - buchstäblich - der so genannte Nodal-Punkt, die Stelle, an der sich im Objektiv die Lichtstrahlen kreuzen. Dieser Punkt befindet sich mehr oder weniger im Zentrum des Objektivs oder in der Nähe der Frontlinse. Und um diesen Punkt muss sich die Kamera bei Panoramafotos drehen! Der normale Stativanschluss ist nicht zu gebrauchen, da er in der Regel im Schwerpunkt der Kamera liegt. Wer sich intensiver mit der Panoramafotografie beschäftigen will, kommt somit um eine "Panoramakopf" genannte Vorrichtung nicht herum. Auf das Stativ geschraubt, lässt sich an diesem Kopf die Kamera so hin und her schieben, dass die Drehachse auf dem Nodal-Punkt liegt und sich auch nahe liegende Objekte einwandfrei abbilden lassen.

Je kürzer desto besser

Wie viele Einzelfotos für ein 360-Grad-Panorama nötig sind, hängt von der Brennweite des Objektivs ab. Grundsätzlich gilt: Je kürzer die Brennweite, desto weniger Aufnahmen sind nötig. Für Kompaktkameras ist ein Weitwinkel-Konverter sehr zu empfehlen, bei digitalen Spiegelreflexkameras sollte das Objektiv über höchstens 28 mm Brennweite verfügen. Da die einzelnen Fotos sich zu 30 bis 40 Prozent überlappen müssen, um hinterher leichter den Anschluss zu finden, kommt man mit 12 bis 16 Bildern aus. Ganz wichtig: Die Kamera muss im Hochformat an den Panoramakopf geschraubt und absolut waagerecht ausgerichtet sein. Dazu gibt es kleine Wasserwaagen, die auf den Blitzschuh beziehungsweise den Panoramakopf gesteckt oder notfalls ans Objektiv gehalten werden.

Die Software macht den Rest

Sind die Bilder "im Kasten", überträgt man sie auf den PC und startet die so genannte Stitching-Software. Bei vielen Digitalkameras werden einfache Versionen dieser Programme kostenlos mitgeliefert, im Handel sind aber auch recht günstige Lösungen bis hin zu echter Profi-Software, mit der sich sogar kugelförmige Panoramen (360 Grad waagerecht und 360 Grad senkrecht) herstellen lassen. Aufgabe der Software ist das Aneinanderfügen der Einzelbilder, ohne dass sich der Übergang bemerken lässt. Ist man bei der Fotoproduktion sorgfältig vorgegangen, kann man das Panorama auch "schließen", die erste Aufnahme wird dabei mit der letzten Aufnahme verschmolzen. Ein solches Foto ist mit diversen, frei zugänglichen Betrachtungsprogrammen zu bewundern.

Links zum Thema:

Ein Panoramakopf zum Selberbauen (PDF-Dokument):
http://www.heiliger-net.de/panphoto/Bauanleitung.pdf


Einige der Marktführer für professionelle Panoramaköpfe:
http://www.kaidan.com/
http://www.novoflex.de/html_d/fr_sz8.htm
http://www.nodalninja.com/


Hier gibt es kostenlose Stitching-Software:
http://www.foto-freeware.de/panorama.php



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